Patchwork-Reisetasche

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Als ich vor ein paar Jahren das erste Mal meine Tochter in die USA besuchte, sollte ich ihren alten Laptop mitbringen, der noch bei mir war. Also nähte ich eine Reisetasche, die sowohl den Maßen der Fluglinie für Handgepäck entsprach als auch zwei Laptops aufnehmen konnte, denn mein eigener Laptop sollte schließlich auch mit. Und Laptops in Koffern zu transportieren, geht ja nunmal gar nicht.

Für die Reisetasche griff ich tief in meine Kiste mit Patchworkstoffen, kombinierte diese mit robustem Jeansstoff und schneiderte daraus diese Tasche.

  

Die Patchworkvorderseite besteht ebenso wie die Rückseite aus kleinen Quadraten mit den Maßen 5×5 cm. Diese habe ich natürlich nicht Stück für Stück zusammengenäht, sondern auf ein Bügelvlies aufgelegt, auf dem ein quadratisches Raster aufgedruckt ist. Vielleicht könnt ihr das Vlies auf diesem Bild oben am Rand erkennen.

Das Vlies eignet sich hervorragend, um die Anordnung der Stoffquadrate auszuprobieren.

 

 

 

 

 

Hier auch mal gleich mit dem Begleitstoff, der schon einen passenden Farbverlauf hat. Wenn man dann mit dem Ergebnis zufrieden ist, legt man die Quadrate exakt auf das Raster und bügelt sie fest (Backpapier zwischen Stoff und Bügeleisen legen!). Danach näht man rechts auf rechts erst alle horizontalen Reihen zusammen, schneidet an den Kreuzungen zu den vertikalen Linien die Rückseite leicht ein, klappt die Nähte um und näht die vertikalen Reihen zusammen.

Die fertigen Quadrate sind etwa 3,8 x 3,8 cm groß, man hat also ordentlich Schwund, den man bei der Berechnung der Maße mit berücksichtigen muss. Gleichzeitig wird dieses Stoffstück sehr stabil, was ja für eine Tasche kein Hindernis ist.

Ich habe auf der Vorderseite der Reisetasche im Musterverlauf noch eine kleinere Tasche aufgesetzt, in der Flugticket und Bordkarte ihren Platz fanden. Natürlich hab ich die Vorder- und Rückseite noch mit Volumenvlies verstärkt und dann mit der Maschine gequiltet.

Innen gab es zwei Fächer für die beiden Laptops und noch eine kleine Tasche an der Seite für das Handy.

Und die kleineren Tragegriffe habe ich mit einer Paspel versehen.

Die Laptops haben den Flug gut überstanden, die Tasche auch. Aber bei den nächsten Flügen habe ich doch lieber eine kleinere Tasche genommen. Die war einfacher durch den Flughafen zu schleppen. Für meinen nächsten Flug (bald, bald – freu, freu) habe ich mir einen Laptop-Rucksack genäht. Ich will mal ausprobieren, ob der beim Umsteigen in Amsterdam bequemer zu tragen ist. Den zeig ich Euch später mal.

Die Patchwork-Reisetasche wird natürlich auch weiterhin verwendet, aber eher für Reisen mit dem Auto. Sie ist groß genug für einen Wochenendausflug.

Verwendete Materialien:
Alle Materialien stammen aus meinen Vorräten
Schnitt: mein eigener

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RUMS
So mach ich das
Taschen-Sew-Along (März – Patchwork)
TT – Taschen und Täschchen

 

 

 

 

Neulich in der Kulturbäckerei

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Lüneburg hat eine großartige Location für Kunst und Kreativität: die Kulturbäckerei. Früher beherbergte das Gebäude wirklich eine Großbäckerei, vor wenigen Jahren wurde es renoviert und in viele kleine Ateliers aufgeteilt. Regelmäßig gibt es in den großen Fluren und der Eingangshalle Ausstellungen, bei denen man auch die Künstler in ihren Ateliers besuchen kann. Ein sehr inspirierender Ort.

Bei einem meiner letzten Besuche in diesen Räumen war das Treppengeländer mit Postkarten geschmückt, auf denen Sprüche berühmter Menschen standen. Einer von Pablo Picasso ging mir danach nicht mehr aus dem Kopf:

Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele.

 

Wasserfall – Yosemite National Park

 

Seitdem habe ich einen, nein zwei, neue Leitsprüche für mein Leben:

Nähen wäscht den Staub des Alltags von der Seele

Und da mir Schreiben ebenso wichtig ist, gilt für mich auch:

Schreiben wäscht den Staub des Alltags von der Seele.

 

Habt Ihr auch einen Leitspruch? Was wäscht Euren Staub des Alltags fort?

 

 

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Freutag

Sternchenjacke (und bescheuerter Reißverschluss)

 

 

 

 

 

 

 

 

Meine erste Jacke für Poppy habe ich im Oktober 2015 genäht nach einem Schnitt von Klimperklein. Das E-Book von Pauline ist einfach genial. Jeder Schritt ist genau beschrieben und alles passte wunderbar. Ich hatte erst etwas Bammel vor dem Beleg, aber mit Stylefix und der präzisen Anleitung kann nichts schief gehen.

 

 

 

 

 

Die passende Mütze gab es auch noch dazu, denn auch in Kalifornien braucht man ab und zu eine Kopfbedeckung.

 

Das Einzige, was mich wirklich geärgert hat, war die Qualität des Reißverschlusses. Ich finde diese teilbaren Reißverschlüsse sowieso sehr teuer. Wenn dann aber nach den ersten zwei oder drei Wäschen die Farbe am Schieber abgeht, ist das in meinen Augen ein klarer Qualitätsmangel.

 

Bis jetzt passt die Jacke immer noch, damals in Größe 92 genäht, wenn auch nur knapp. Darum habe ich letzte Woche eine neue Jacke genäht. Wieder nach dem Schnitt von Klimperklein, aber mit einem anderen Reißverschluss. Von Opti bin ich bedient. Die Jacke ist gerade auf der Reise über den großen Teich. Es dauert also noch etwas, bis sie den Weg in meinen Blog findet.

Verwendete Materialien:
Schnitt: Jacke von Klimperklein, Größe 92
Kuschelfleece im Internet bestellt, kann leider nicht mehr nachvollziehen, wo
Bündchen und Reißverschluss aus dem örtlichen Stoffladen

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Langfingersicherer Rucksack

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Ich trage auf Reisen gerne einen Rucksack. Das ist bequem, es passt viel rein und man hat die Hände frei zum Fotografieren. Leider locken Rucksäcke auch Langfinger an. Das erste Mal passierte es in Barcelona. Die Diebe erbeuteten eine Packung Papiertaschentücher, denn meine Wertsachen trug ich vorsichtshalber am Körper. Das zweite Mal beobachtete mein Liebster in Madrid, wie sich jemand an meinem Rucksack zu schaffen machte und griff ein, bevor etwas daraus verschwinden konnte.

Als wir Anfang letzten Jahres nach Südafrika reisen wollten, dachte ich vorher lange über einen neuen Rucksack nach. Er sollte bequem und geräumig sein und es zugleich Langfingern schwer machen, sich am Inhalt zu bedienen. Und das ist dabei rausgekommen.

 

Der Stoff ist vom Möbelschweden. Den Boden habe ich aus SnapPap genäht. Zunächst hatte ich Bedenken wegen des SnapPaps, denn die Nähte sahen leicht perforiert aus. Haben aber bisher gut gehalten. Der Rucksack, den Ihr hier seht, ist inzwischen 18 Monate alt, bereits drei Mal im Fußraum als Handgepäck mitgeflogen und wird auch im Alltag täglich genutzt. Dafür sieht er doch noch sehr manierlich aus – oder?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Rückseite habe ich eine kleine Tasche mit Reißverschluss angebracht, in die mein Portemonnaie reinpasst.

Der Stoffstreifen oben quer verbirgt die Ansätze der Gurte und ist zugleich die „Sollknickstelle“, von da an klappt der obere Teil nach vorne. Denn eigentlich ist der Rucksack so etwas wie eine „Fold Over Bag“, nur eben in der Rucksackversion.

 

Verschlossen wird der Rucksack mit einem Reißverschluss, der nach innen zeigt und somit schwerer zugänglich ist. Der Gurt in der Mitte erschwert zusätzlich den Zugriff durch Unbefugte.

Das Innenfutter besteht ganz unspektakulär (und darum nicht mit fotografiert) aus einem einfachen, aber festen Baumwollstoff, grau mit weißen Punkte.

 

 

 

 

 

Verwendete Materialien:
Schnitt: mein eigener
Baumwollstoff: Ikea
SnapPap,Gurte, Schnalle: Snaply
Reißverschluss aus meinem Fundus

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Taschen und Täschchen

 

 

 

 

 

 

Schatzkissen mit Meeresgetier (und Tutorial)

Man kennt sie als „I spy bags“ oder auf deutsch Spionierkissen, ich nenn sie lieber Schatzkissen: diese kleinen Kissen, gefüllt mit Perlen und kleinen Gegenständen, die kleine Finger und Gehirne auf langen Fahrten beschäftigen sollen. Als Poppy mich mitsamt Eltern kurz vor ihrem 2. Geburtstag  besuchen wollte, habe ich ihr ein solches Kissen für den langen Flug genäht. Es begeisterte nicht nur sie, sondern auch einen kleinen mitfliegenden Jungen, der es überhaupt nicht mehr herausrücken wollte.

Bei der Konstruktion habe ich darauf geachtet, dass innen rund um das Fenster keine Nähte sind, in denen sich Dinge verhaken und eventuell die Naht beschädigen können. Auf den angehängten Kärtchen sind die im Kissen versteckten Gegenstände abgebildet, die vom Kind gesucht werden können. Ist das Kissen für größere Kinder gedacht, kann man auch Worte statt Fotos verwenden, das seht Ihr weiter unten. Die Gegenstände fanden sich beim Rundgang durchs Haus. Als Füllmaterial habe ich kleine Perlen genommen. Das war nicht so schlau, denn die sind ziemlich schwer und außerdem zu bunt. Die Gegenstände sind schwer zu finden.

 

 

 

Im letzten November fiel meiner Tochter und mir beim Besuch des Seymour Marine Discovery Centers in Santa Cruz eine kleine Tüte mit Meeresgetier in die Finger und es entstand der Wunsch, ein weiteres Schatzkissen für Poppy zu nähen. Gesagt, getan.

Für alle, die ein solches Schatzkissen nachnähen möchten und dabei die Gefahr, dass die Nähte des Fensters reißen, so gering wie möglich halten wollen, habe ich meine Nähschritte fotografiert und beschrieben.

Anleitung für ein Schatzkissen:

Man nehme zwei Baumwollstoffe, einen für außen und einen als Futter, jeweils ca. 25 cm x 80 cm. Der innenliegende Stoff sollte möglichst einfarbig sein, weil dann die Gegenstände besser zu finden sind (auch eine Erkenntnis aus dem ersten Schatzkissen). Seht Ihr den Unterschied?

Zuschneiden:
Für das Fenster habe ich ein Stück Klarsichttischdecke mit den Maßen 7×7 cm zugeschnitten.
Die Rückseite des Kissen besteht aus jeweils einem 18×18 cm Rechteck aus Außen- und Inenstoff. Für die Vorderseiten braucht ihr zwei  Rechtecke pro Stoff von jeweils 20×20 cm, die dann diagonal geteilt werden. Achtet bei der Verwendung von Mustern darauf, dass Ihr einmal von rechts oben nach links unten und einmal von rechts unten nach links oben teilt. Sonst passt das Muster nachher nicht.

Nähen:
Jetzt legt ihr das Fenster mittig auf die Diagonale eines Vorderseitenstoffes und darüber (rechts auf rechts) den Futterstoff. Näht entlang der Diagonalen füßchenbreit. Ich hab eine Stichlänge von 2,5 eingestellt.

Dann klappt Ihr die beiden Dreiecke auseinander, so dass das Fenster zur Seite rausguckt und legt das Fenster auf die nächste Diagonale. Deckt dieses wieder mit dem Futter ab und näht alles füßchenbreit zusammen. Nach dem Aufklappen sollte Euer Teil so aussehen (unten rechts). Ihr solltet die Kanten gut ausstreichen, bügeln würde ich die lieber nicht, der Klarsichtstoff mag das nicht so gerne.

  

Im nächsten Schritt legt Ihr die Dreiecke aus Außenstoff und Futterstoff wieder so rechts auf rechts zusammen, dass das Fenster und die bereits genähten Stücke dazwischen liegen. Und wieder füßchenbreit absteppen. Dann wieder alles umklappen und die letzte Seite nähen. Danach sollte das Teil so aussehen (links).

Weil ihr aber jetzt noch einige Lagen Stoff doppelt habt, klappt ihr einfach die zuletzt genähten Dreiecke wieder um und schneidet entlang der Kante den Stoffüberschuss ab (rechts). Nun habt Ihr eine auch innen schön saubere Vorderseite des Kissen. Streicht die Nähte um das Fenster gut aus und steppt einmal knappkantig drumherum.

Als nächstes legt Ihr den Rückseitenstoff mit dem Muster rechts auf rechts auf die Vorderseite und dann den Futterstoff oben auf das Sandwich. Die Vorderseite ist etwas größer (und bei mir auch leicht schief). Orientiert Euch beim Nähen an der Rückseite oder schneidet die Vorderseite auf die Rückseitenmaße zu und achtet darauf, dass das Fenster mittig liegt. Dann näht die Teile wie bei einem Kissen zusammen. Wenn Ihr ein Band zum Anhängen von Kärtchen anbringen wollte, legt Ihr diese an einer geeigneten Stelle zur Mitte des Kissens hin (damit es nach dem Wenden außen ist). Vergesst nicht die Wendeöffnung.

  

Kleiner Trick: Ich mache es immer so, dass ich statt eine Öffnung zu lassen, ca. 7 cm der Naht mit Stichlänge 6 nähe (oben rechts im linken Bild). Danach bügele ich die Nähte aus, kappe die Ecken und trenne den Teil der Naht mit den langen Stichen wieder auf. Nach dem Wenden habe ich gleich eine gebügelte Kante und sehe auch die Einstichlöcher noch. Dadurch wird beim Schließen der Wendeöffnung die Naht viel gerader (jedenfalls bei mir).

Vor dem Füllen steppe ich noch einmal die Kanten ab (natürlich nicht die Wendeöffung), damit das Kissen wirklich dicht ist. Das ist besonders wichtig, wenn das Schatzkissen für kleine Kinder sein soll.

Jetzt werden das Meeresgetier oder die anderen Gegenstände, die Ihr im Schatzkissen haben wollt, zusammen mit Füllgranulat (aus dem Bastelladen) in das Kissen gefüllt. Ich hab etwa 250 g Füllgranulat gebraucht. Macht das Kissen nicht zu voll, dann kann man die Gegenstände nicht so gut finden. Jetzt noch die Füllöffnung schließen (vorsichtshalber lieber zwei Mal steppen, damit die Naht wirklich nicht aufgeht)

 

Und falls Ihr Euch jetzt fragt, was Ihr mit den abgeschnittenen Teilen anfangen sollt. Ich hab immer zwei davon zusammengenäht und werde sicher demnächst eine Verwendung dafür finden. Ich gebe zu, da kommt das Patchwork-Virus in mir wieder durch.

 

Poppy freut sich jetzt über zwei Schatzkissen.

 

 

 

Verwendete Materialien (alle selbst bezahlt):
Patchworkstoffe und Klarsichttischdecke aus meinem Vorrat
Perlen im ersten Kissen (von meiner Mutter geerbt),
Füllgranulat im zweiten Kissen von Art Creativ Lang Lüneburg

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