Alles Rucksack oder was?

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Dieses Jahr – so scheint es mir – ist das Jahr der Turnbeutelrucksäcke. Überall schießen sie wie Pilze aus dem Boden. Meine Nachbarin hat ihrer Mutter einen genäht, damit die alte Dame beim Spaziergang die Hände frei hat. Meine Freundin brachte sich einen aus London mit, natürlich entsprechend teuer und mit dem entsprechenden Aufdruck.

Nein, ich springe nicht auf diesen Zug. Jedenfalls nicht ganz. Für meinen Rucksack habe ich mir nur die Kordeln abgeguckt und setze ansonsten auf etwas mehr Stabilität. Das stört mich nämlich an den Turnbeuteln. Man wühlt im Nirgendwo, überall Falten, in denen sich das versteckt, nach dem man gerade sucht.

Die Idee hatte ich schon länger, allein es fehlte die Zeit zum Ausprobieren. Zunächst habe ich einen Prototypen aus Kunstleder genäht. Gefiel mir gut bis auf die Tatsache, dass das Kunstleder an den Kanten aufbrach und unschön aussah. Ein Besuch in der Tillabox in Lüneburg war Anlass, den Schnitt mal mit einem stabilen Canvas zu probieren. Silke hatte auch gleich den passenden Futterstoff und Kordel parat.

 

 

Und so  sieht er nun aus, mein neuer Rucksack, nachdem er drei Wochen mit mir durch die USA gereist ist. Die Tragefotos sind übrigens Anfang Oktober zur Zeit des Sonnenuntergangs am Erie-See entstanden.

 

 

 

 

 

Ich hatte noch ein kleines Extratäschen für Geldbörse und Handy genäht, das man mit einer Öse am Schlüsselfinder befestigen kann. Allerdings haben Langfinger sowieso keine Chance, denn die Kordeln halten den Rucksack oben schön zusammen.

 

 

Das Nähen ist ganz einfach. Für erfahrene Näherin hier eine Kurzbeschreibung. Falls Ihr ein Tutorial haben möchtet, sagt Bescheid, dann schreib ich gerne eins. Denn ich werde gewiss noch mehr Rucksäcke dieser Art nähen.

 

Ihr näht zwei Teile, einen Außenbeutel und einen Innenbeutel, bei dem Ihr eine Öffnung lassen müsst, durch die Ihr durchgreifen könnt, um später die Kordel zu befestigen. Die unteren Ecken werden abgenäht. Der Außenbeutel bekommt unten zwei Ösen, durch die später die Kordel gezogen wird. Dann näht Ihr beide Teile zusammen, steppt den oberen Rand ab und schlagt vier Ösen ein. Jetzt noch schnell die Kordeln eingezogen. Ihr beginnt innen unten an einer Öse (mit Knoten sichern, das hält), dann durch die oberen Ösen und zurück nach unten zur zweiten Öse. Knoten verhindern, dass die Kordeln beim Aufsetzen ungleich lang werden. Das ist mir nämlich bei meinem Kunstlederprototypen passiert. Der saß dauernd schief auf dem Rücken.

 

Und das Allergenialste an diesem Rucksack: Ich kann ihn auch schnell mal als Umhängetasche nehmen, zum Beispiel weil ich von Marktstand zu Marktstand gehe und mir nicht immer den Rucksack wieder auf den Rücken schwingen will. Einfach die Kordel an der Vorderseite oben lang lassen und über die Schulter hängen.

Auf den Tragefotos seht Ihr, dass mir der Rucksack ziemlich tief am Po hängt. Das liegt daran, dass sich die Kordeln während des Gebrauchs (sprich während der Reise) noch gedehnt haben. Inzwischen hab ich sie unten um jeweils 3 cm gekürzt. Passt also wieder.

Und weil dieser Rucksack nur für mich ist, springe ich damit endlich mal wieder rüber zu RUMS.

Verwendete Materialien:
Canvas, Baumwollstoff für Futter und Kordel: Tillabox Lüneburg
Schnitt: eigener

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