Nähen wie ein Profi – wer möchte das nicht können?

Vor einiger Zeit hatte ich mir ein Nähbuch gekauft und war sehr enttäuscht (die Rezension steht hier). Als Entschädigung bot mir der Verlag an, dass ich mir ein gleichwertiges Buch aus seinem Sortiment aussuche. Ich entschied mich für dieses:

Schöner Nähen mit Profitechniken
Naoko Domeki, Shihoko Makino
128 Seiten
ISBN: 978-3-8307-0971-8
24,90 €
Stiebner-Verlag GmbH, Grünwald

 

 

 

Der Grund für diese Wahl: Ich war einfach neugierig, ob ich trotz meiner beinahe 50 Jahre Hobbynäherfahrung noch etwas dazu lernen könnte. Die kurze Antwort: Ja, auch in meinem Alter kann man nähtechnisch noch dazu lernen oder zumindest etwas, was lange im hintersten Winkel des Gehirns vergraben war, wieder nach vorne holen.

Überblick

Das Buch ist die Übersetzung eines japanischen Werkes und beschreibt Schritt für Schritt anhand gut erkennbarer Fotos die einzelnen Handgriffe, die man benötigt, um ein Kleidungsstück wie ein Profi nähen zu können.

Schon das gut gegliederte und erfreulicherweise teilweise mit Fotos versehene Inhaltsverzeichnis macht Lust, das Buch zu entdecken. Die Autorinnen gehen übrigens davon aus, dass eine haushaltsübliche Nähmaschine mit  Zickzackstichen, völlig ausreichend ist, um Kleidungsstücke zu nähen, die nicht „wie selbstgemacht“ aussehen.

Nach den Grundlagen geht es gleich an die Grundtechniken. Wie näht man zwei Stoffe zusammen, ohne Stecknadeln zu verwenden? Mit welchen Hilfsmitteln hält man am besten die Nahtzugabe ein? Wozu dienen die verschiedenen Nähmaschinenfüßchen und wie verwendet man sie. Perfekt für Anfängerinnen. Fortgeschrittene finden trotzdem sicher immer noch etwas, was sie vielleicht doch noch nicht wussten.

Beeindruckend detailliert fand ich die umfangreich bebilderten Schneidertechniken, egal ob es um verschiedene Halsausschnitte, das Einsetzen von Ärmeln oder das Aufnähen von Taschen (hier wird  im Bild genau gezeigt, wie die Steppnaht verlaufen sollte) geht. Auch das Arbeiten mit Strickstoffen kommt nicht zu kurz.

Das letzte Kapitel ist dann dem großen Ganzen gewidmet und nicht nur einzelnen Nähschritten. Hier wird anhand einiger Modelle das Nähen von Kleidung präzise beschrieben, von den Materialien über den Zuschnitt bis hin zu vielleicht kniffeligen Stellen, die dann anhand von Zeichnung beschrieben werden.

Was ich zum Beispiel aus dem Buch gelernt habe:

  • Welchen Trick es gibt, damit die Maschine beim Zusammennähen der Teile eines Halsausschnittbelegs den Stoff nicht „frißt“. (Nein, es ist nicht das „Mäuschen“ oder wie immer man das Extra-Stoffstück nennt, das als Nähhilfe dienen kann).
  • Wie ich den Halsausschnitt eines Jerseyshirts mit einem Streifen desselben Stoffes versäubern kann, ohne vorher kompliziert auszurechnen, ob der Halsstreifen nun 80% oder 70% kürzer sein muss als der Halsausschnitt.
  • Wie man mit einer Stütznaht perfekte Nahtzugaben und glatt aussehende Halsausschnitte mit Beleg hinbekommt.
  • Dass es Modelle gibt, bei denen es „erlaubt“ ist, erst die Ärmel an Vorder- und Rückenteil zu nähen und dann in einem Rutsch Ärmelnaht und Seitennaht zu schließen (das war früher in unserem Handarbeitsunterricht verpönt). Dass es aber auch Modelle gibt, bei denen das so nicht funktioniert, da muss der Ärmel eingesetzt werden.
  • Und vieles mehr

Fazit:

Für Anfängerinnen und etwas fortgeschrittene Hobbynäherinnen ist das Buch ein Füllhorn an Tipps und Tricks. Aber auch alte Hasen (und dazu zähle ich mich jetzt einfach mal) können noch das eine oder andere lernen oder auffrischen. Ein empfehlenswertes und detailliertes Nachschlagewerk!

Werbehinweis:
Das Buch wurde mir vom Stiebner-Verlag als Entschädigung für das meiner Meinung nach nicht sehr gelungene Buch „Nähen mit Strickstoffen“ unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Eine Aufforderung zur Rezension war nicht damit verbunden oder gefordert worden.

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