Grau ist meine Farbe (geworden)

      1 Kommentar zu Grau ist meine Farbe (geworden)

Meine Lieblingsfarbe ist orange – wer hätte das gedacht bei diesem Blognamen? Bis vor etwa 15 Jahren habe ich auch noch mit Begeisterung orange getragen, zum Beispiel als weichen Rolli zum winterlichen Einkaufsbummel mit meiner besten Freundin Gitte. Beste Freundinnen sind dazu da, einem auch mal schonungslos, aber liebevoll zu sagen, wenn etwas nicht stimmt. Und dieser Pullover bzw. die Farbe in Verbindung mit meinen „roten Bäckchen“ (mein Hautarzt nennt das Rosacea) glühten nach dem Einkaufsbummel im Cafe um die Wette und es kam, wie es kommen musste. Gitte bemerkte es nicht nur, sondern sprach auch an, was ich nicht sah oder sehen wollte. Das Orange des Pullovers war nicht sehr vorteilhaft für mich.

Zuhause versuchten wir uns dann an einer privaten Farbberatung mit allen Tüchern, Stoffen und Kleidungsstücken, die wir auftreiben konnten. Und siehe da. Kühle Farben braucht mein Gesicht, die nicht noch meine natürliche Gesichtsfarbe unterstreichen. Ich nahm weinenden Auges Abschied von dem orangen Pulli, von dem roten und dem rostroten und all den anderen in warmen Farben und kleidete mich fortan in kühle Wasserfarben. Die mochte ich zwar auch schon immer, aber nicht unbedingt als Kleidung.

Mit den Jahren färbten sich meine Haare immer grauer und da ich es ablehne, meine Haare färben zu lassen (weil ich schlicht keine Lust habe, alle vier Wochen Ansätze nachfärben zu lassen), schlich sich Grau in meine Kleidungspalette. Und machte sich breit. So breit, dass ich heute über mehr graue Oberteile verfüge als welche in anderen Farben. Und ich mag sie alle. Im Stoffladen zieht mich grau magnetisch an. Ein klarer Fall also, um zum ersten Mal an 12 Colours of Handmade Fashion von Tweet&Greet teilzunehmen, denn für Oktober hat Selmin die Farbe grau ausgerufen.

Dieses Oberteil entsprang dem Versuch, aus dem für meine Figur passend erstellten Grundschnitt (den Bericht darüber könnte Ihr hier lesen) für ein Shirt einen Schnitt mit überschnittenen Schultern für ein Oberteil aus (nicht so ganz dehnbarem) Wintersweat zu machen. Da ich mir nicht sicher war, ob es klappt, wollte ich keinen teuren Stoff anschneiden, sondern habe kurzerhand einige Reste gegriffen und daraus ein Patchwork-Oberteil genäht. Der einfarbige Stoff war ein Rest von einem Hoodie, den ich für meinen Schwiegersohn genäht (und hier noch nicht gezeigt) habe. Aus dem anderen Stoff (stellt es ein Gefieder da oder doch eher Dachziegel?) hatte ich für Poppy bereits ein Sweatshirt genäht (hier zu sehen). Daran hatte ich auch schon ein überlappendes Bündchen ausprobiert. Das gefiel mir gut und so habe ich mir auch so eins angenäht.

Ganz auf orange habe ich natürlich auch hier nicht verzichten können… Die vordere Mittelnaht ist mit orangefarbenem Garn gecovern und das Bündchen und der Halsausschnitt haben Belege aus orangefarbenem Jersey.

Ach ja, die beiden Fotos mit mir wurden im Oktober an den Niagarafällen aufgenommen. Leider hatte ich kein Bügeleisen dabei. Dafür gab es einen tollen Regenbogen.

 

 

Anmerkung zu “Grau ist meine Farbe (geworden)

  1. Marion

    Liebe Christiane,
    dein Shirt ist dir ganz wunderbar gelungen. Die orangen Belege und Nähte peppen das Grau sehr schön auf.
    Ein Bügeleisen ist bei DER Kulisse völlig überbewertet 😉
    Liebe Grüße Marion

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